Standpunkt Stiftung

Standpunkt Stiftung: (Neu-) Vernetzung ermöglichen!

von Dr. Peter Kreutter, Direktor Stiftung WHU & DSA Alumnus 

Neue digitale Formate haben uns in der Pandemie geholfen arbeitsfähig und in Kontakt zu bleiben. Dennoch ist vielfach ein Vakuum des persönlichen Austauschs entstanden, das wir jetzt aktiv wieder schließen sollten. Insofern möchte dieser Beitrag ein Plädoyer sein, persönliche Wieder- und Neuvernetzung ganz oben auf die Agenda der kommenden Wochen und Monate zu nehmen und auch den jungen Mitarbeitenden in unseren Organisationen die Möglichkeiten hierzu zu geben. 

 

Mitte Mai 2020 telefonierte ich mit dem Geschäftsführer eines weltweit tätigen Konzerns, der Computerspiele produziert. Auf meine Frage „wie es denn so läuft“ sagte er:

„Eigentlich ganz gut. In unserer Branche ist es Alltag, dass die Spiele in weltweit verteilten Teams entwickelt werden, die mit digitalen Tools arbeiten. Was ich allerdings vermisse, ist der „kreative“ Zufall, der bei persönlichen Begegnungen entsteht: das zufällige erste Kennenlernen in der Kaffeeschlange auf einer Konferenz oder das Gespräch auf dem Flur, wenn en passent neue Ideen entstehen. Diese Zufälligkeiten sind das Salz in der Suppe meiner persönlichen Arbeitsmotivation und ein Treiber von Innovationen bei uns im Haus.“

Diese Beobachtung trage ich seit gut zwei Jahren als Arbeitshypothese im Hinterkopf mit mir herum und versuche, sie mit meinen eigenen Erfahrungen in Einklang zu bringen. 

Wo digitale Formate Menschen zusammenbringen

Natürlich gibt es zahlreiche tolle neue digitale Vernetzungsformate, darunter z.B. der „Digital Social Summit“. Auch den zweiwöchentlich stattfindenden Webtalk „Impulse Stiften“ möchte ich auf keinen Fall mehr missen! Chapeau, Felix Dresewski, Stephanie Reuter und Mitstreitende – macht weiter so! Euer Erfolg liegt m.E. dabei nicht in der Entscheidung für eine bestimmte digitale Plattform – da könnte man genauso gut jede andere nehmen. Eure Breitenwirkung liegt darin, dass Ihr einen Treffpunkt für „#Stiftungsmenschen“ geschaffen habt, die ähnliche Themen bewegen wollen und die Interesse aneinander haben. Diese Freude am Lernen, am Austausch und den etablierten Vertrauensvorschuss in erfolgreichen digitalen Formaten sollten wir zukünftig weiter kultivieren.

Macht Eure virtuelle Community auch wieder zu einer realen!

Digitale Formate haben – siehe die Beobachtung zu Beginn – aber logische Grenzen, weshalb es gilt, den persönlichen Austausch innerhalb der Stiftungswelt in der realen Welt wieder zu „rekultivieren“. Diese Rekultivierung passiert nicht von allein. Es bedarf der gezielten Aktivitäten von uns allen und wir sollten dieses Ziel ganz nach oben auf unsere Top-do-Liste setzen.  

Mit dem Deutschen Stiftungstag im September in Leipzig bietet sich eine großartige „reale Plattform“ und mit dem „DSA-Alumni-Netzwerk“ eine tolle Community. Insofern: Kommt nach Leipzig, bringt Eure Ideen und Themen mit und seid neugierig aufeinander. Die LinkedIn-Gruppe „Alumni-Netzwerk der Deutschen Stiftungsakademie“ hilft Euch vorab, spannende Köpfe zu entdecken und Euch mit diesen auf einen Kaffee vor Ort zu verabreden – nicht zur in Leipzig, sondern auch in Eurer Region. 

Neue Kolleginnen und Kollegen bei der Vernetzung mitdenken 

Ein Thema, das mir und anderen Kolleginnen und Kollegen in diesem Zusammenhang besonders am Herzen liegt: Die Vernetzung der erst seit kurzem Mitarbeitenden im Sektor. Wir haben Kolleginnen und Kollegen, die die Stiftungswelt fast nur digital aus dem Homeoffice heraus kennen.  

Mein Wunsch und meine Empfehlung: Denkt sie bei Euren eigenen Vernetzungsaktivitäten mit. Nehmt sie mit zu Euren Gesprächen mit Externen, bringt sie mit anderen jungen Mitarbeitenden von befreundeten Stiftungen zusammen oder ermöglicht ihnen die Teilnahme an Weiterbildungen. Gemeinsames Lernen – insbesondere vor Ort –  ist ein idealer Transmissionsriemen für Vernetzung und darüber hinaus noch ein gutes Investment in die Professionalisierung der eigenen Stiftung!  

In der DSA-Rubrik "Standpunkt Stiftung" werden ausgewählte Stiftungsthemen durch Meinungsbeiträge von Vertreterinnen und Vertretern aus der Stiftungswelt beleuchtet. Weitere Standpunkte finden Sie unter "Aktuelles".